Schloss Ottersbach

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Routenplaner

Motivbeschreibung

Seit 1925 lebt die Familie Abel auf Schloss Ottersbach. Im Jahr 2002 übernahmen DI Christian und Annemarie Abel in der 4. Generation das Schloss. Nach den großen Renovierungen 1926, 1977 und 1988 wurde 2005 die Umgestaltung des Schlossmuseums fertiggestellt, sowie die Festsäle und Parkanlagen geschaffen.


Geschichte:
Murn übergab dem Elias Hemeter, einem Verwandten, das Anwesen in Verwaltung, der aber die eingehobenen Zinse so unregelmäßig ablieferte, dass schon im Jahre 1620 eine große Schuld aufgelaufen war. Als Besitzer folgte auf Hans Murn dessen Sohn Hans Jakob (1629), diesem sein Bruder Hans Wilhelm (1633), der 1650 von seinem Mündel Christof Andree von Gleinz ermordet wurde. Aus der Verlassenschaft wurde Ottersbach 1653 an Hans Georg Adam Adl von Adlstein verkauft, der es am 20.September 1675 an Sigmund Ludwig Graf Khünburg veräußerte; nach dessen Tod verwaltete seine Witwe die Herrschaft für ihren Sohn Johann Max, der sie nach erlangter Großjährigkeit übernahm und 1692 an Niklas Graf Lodron verkaufte; nach dessen Tod erhielt nach langen Erbstreitigkeiten seine Witwe und dann sein Sohn die Herrschaft. Im Jahr 1700 kam es zur Pfändung, da große Steuersummen ausständig waren, und 1708 sah sich Graf Josef Lodron gezwungen, Ottersbach an Johann Anton von Liscutin zu verkaufen. Nach dessen Tod lagen so große Schulden auf dem Gut, dass es 1732 an Franz Josef von Hingenau veräußert werden musste, der aber auch bald in Zahlungsschwierigkeiten kam und, auf die große Verwüstung der Wälder durch die Stürme im Dezember 1739 hinweisend, um Steuera-bschreibung bat. Der Besitz kam 1742 an seinen Sohn Franz Xaver Gottlieb. Zur Herrschaft gehörte auch das Dorf Großklein, für das er von der Kaiserin die Bewilligung zur Abhaltung eines zweiten Viehmarktes im Jahr erhielt. Das jetzt "Alt-Ottersbach" genannte Gut erbte sein Sohn, der es an Moritz Edlen von Pistor verkaufte. Nach dem Tod von dessen Sohn wurde es öffentlich versteigert und am 3.September 1836 von Kaspar Wilhelm Graf Khünburg erstanden. 1870 kam es an dessen Schwester Caroline Gräfin Cerrini, dann folgten die Familien Koch, Hohenburger und Germuth, 1884-1893 Baron von Wucherer, ab 1893 die Familien Teutsch, von Plappart und von Leenherr. Seit 1925 ist die Familie Abel Besitzer von Schloss Ottersbach.


Baugeschichte:
1616 hat Hans von Murn einen ersten Gebäudeflügel, den heutigen Nordtrakt mit dem hohem Walmdach erbaut, an dem im selben Jahrhundert gegen Süden ein zweiter, nach Süden anschließender Osttrakt mit Dachreiter, der das Torgebäude und die Kapelle aus dem 17.Jhd birgt, im Winkel angeschlossen wurde. Gleichzeitig wurde auch der Südbau als lförmiges großes Gebäude errichtet. Beiderseits der Durchfahrt befindet sich je eine 2schiffige 3jochige Gewölbehalle, heute Teil des Festsaalbereiches. Der Geländebruch, die Sulm und ein kleiner Wasserlauf gaben der Anlage die in ihrer alten Form mit den Umbauten des 18.Jahrhunderts noch erhalten ist, einen Abschluss. 1926, ein Jahr nachdem das Schloss in den Besitz der Familie Abel kam, erfolgte die erste Generalsanierung des Schlosses. 1945 plünderten und demolierten ausländische Truppen das Anwesen. 1960 wurden wieder einige Räume nutzbar gemacht. 1977 begann der große Ausbau, der mit den Renovierungen des Südbaus 1988 und 2005 und der Einrichtung des Schlossmuseums 2005 seinen Abschluss fand. Die alte Einfahrt ging von Norden her sozusagen an der Nahtstelle zwischen Haupttrakt und Seitenflügel, direkt unter der Kapelle, in den Hof, der gegen Süden durch breite Wirtschaftsgebäude begrenzt wird. Heute hat sich der Eingang wie an zahlreichen anderen Anlagen auch umgedreht, das heißt, man gelangt zunächst in den Vorhof und durch den Südbau hindurch erst an das Schloss. Das Ensemble umfasst das Schlossgebäude mit dem Südbau (im Hintergrund), Gerichtsgebäude (links), Lusthaus (rechts) und Mühle (im Vordergrund). Das Schloss liegt an der Sulm und bildet mit dem historischen Mühlenkomplex ein einmaliges Ensemble. In der aufgestauten Sulm spiegelt sich die Koralm mit der untergehenden Sonne, ein unvergessliches Erlebnis.


Schlosspark:
Der fast 2ha große Schlosspark ist an 3 Seiten durch eine Mauer begrenzt, nur nach Westen fällt die Terrasse durch eine steile Böschung zum Ottersbach ab. Der historische Baumbestand wurde über Jahrzehnte teilweise ersetzt bzw. durch Neupflanzungen erweitert. In den letzen Jahren entstanden neue Rosenbeete, Rabatten, die große Allee, die 45m lange Rosenlaube, der barocke Bauerngarten und eine Anzahl von Terrassen um Schloss und Festsäle.


Schlosshof:
Durch die im Süden des Anwesens gelegenen Haupteingäng gelangt der Besucher direkt in den Schlosshof und wird von den kegelförmig geschnittenen Eiben zum großzügig verglasten Foyer geführt.


Rosenlaube/Große Allee:
Die fast 50m lange Rosenlaube führt von der großen Allee zum barocken Bauerngarten.


Bauerngarten:
Das Bild des typischen Bauerngartens mit seinen Buchsbaumhecken existiert nur in Büchern. Der wirkliche Bauerngarten ist sehr viel menschlicher und lebendiger. Im Frühling wächst aus dem Braun der Erde allmählich ein üppiger Garten, der dann im Herbst wieder langsam verwelkt. Jedes Pflanzjahr bringt neue Kompositionen hervor, hervorgerufen durch unterschiedliche Witterung und Nachbarschaft von Pflanzen, aber auch durch unsere Experimentierfreudigkeit. Gleich bleibend sind nur die Struktur der Kieswege, der Zaun, die Einfassungen aus Buchs und die mehrjährigen Pflanzen. Schon die alten Klostergärten verwendeten meist ein geometrisch exaktes Wegekreuz (sog. Griechisches Kreuz), um die buchsbaumumsäumten Pflanzbeete zu erschließen. Die gleicharmigen Wege waren mit Kies bestreut oder auch mit Steinplatten ausgelegt. Ein größerer Buchs im Mittelpunkt diente als Blickfang. Bäuerliche Gärten haben das klösterliche Gartenerbe angetreten und damit auch das Wegkreuz übernommen, der geschnittene Buchs im Zentrum wurde durch einen Brunnen oder ein anderes Zierholz, im Schloss Ottersbach ein Rosenstock, ersetzt.


Lusthaus:
Von der Schlossterrasse führt der Weg zwischen schattenspendenden Bäumen zum barocken Lusthaus aus dem 17. Jahrhundert.


Stiegenhaus:
48 Bilder mit Darstellungen steirischer Schlösser, aus der Topographia Ducatus Stiriae von Georg Matthäus Vischer 1681 begleiten den Besucher in den 1. Stock, wo sich das Schlossmuseum befindet.


Waffengang:
Dieser Gang führt vom 1. Bauabschnitt aus dem Jahr 1616, vorbei an der Kapelle, zu den großen Sälen des Seitentraktes. An den Längswänden Gewehre, Pistolen Rad- und Steinschlossgewehre, Hieb- und Stichwaffen und Rüstungen.


Barocksaal:
Barocker Längssaal mit Spiegelgewölbe im Nordtrakt mit reichem Stuck um Fenster, Türen und Gesimse, aus Ende 17. Jhd, im Gewölbe zu Ende des 19. Jhd mit barockisierendem Stuck und Bildern ergänzt.


Schlosskapelle:
Frühbarocke kreuzgratgewölbte Kapelle im Osttrakt mit einem frühbarocken Altar aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Das Altarbild mit der Geburt Christi wird flankiert von den Heiligen Sebastian und Rochus. Weitere barocke Holzplastiken: Erzengel Michael und Hl. Johannes Nepomuk sowie die 4 Evangelisten. An der Südwand ist die Grabplatte für Maximilian v Kuenburg, Rat bei Erzherzog Karl und Herr zu Brunnsee, gest. 1598, eingemauert.


Bibliothek:
Dieser letzte Raum der Führung war ursprünglich zur Gänze mit bemalter Wandbespannung ausgekleidet. Diese wurde 1965 abgenommen und durch Bücherregale ersetzt.

Kategorien:

Architektur alt, Gebäude

Details:

Schlösser, Kirchen/Kapelle, Museen, Gärten/Parks, Bibliotheken, Gebäude innen, Gebäude außen

Weitere Informationen

Verfügbarkeit:
Ganzjährig

Erschliessung:
Strom, Wasser, WC

Parkplätze und weitere Stellflächen:
Vorhanden

Kontakt

Motivadresse:
Mantrach 20
8452 Großklein

Kontaktperson:
DI Christian & Annemarie Abel
Mantrach 20
8452 Großklein

Handy: +43 (0) 664/ 33 56 659

Homepage:
www.schloss-ottersbach.at

E-Mail: