KÜRBISKULT– Alte Mythen und Flüssiges Gold

Produzent:

Interspot Film GmbH - Rudolf Klingohr

Regie:

Gerald Navara/Christian Puluj

Genre:

TV-Dokumentation

Filmbeschreibung:

UNIVERSUM „Kürbiskult - Alte Mythen und Flüssiges Gold" Der Kürbis ist eine Kulturpflanze von besonderer Beschaffenheit. Aus botanischer Sicht ist er die „größte Beere der Welt". Seine Liebhaber nennen ihn den „König des Gartens". Hunderte Jahre Zuchtgeschichte haben vielfältige Formen und Sorten hervorgebracht. Die Gattung Cucurbita umfasst mehr als dreissig Arten. Doch nur fünf davon haben weltweit größere Bedeutung als Speisekürbisse. Und lediglich drei davon werden bei uns angebaut und genutzt. Doch diese drei Arten weisen eine Farben-, Formen- und Geschmacksvielfalt auf, wie sie kaum bei einer anderen Nutzpflanzengruppe zu finden ist. Sein Schicksal war in unseren Breiten wechselhaft. Als Arme-Leute-Essen und Viehfutter hat er lange Zeit ein geschmähtes Dasein geführt. In den letzten Jahren gelang ihm, dank überzeugender Qualitäten, die kulinarische Auferstehung. Heute ist der Kürbis im Bewusstsein seiner Liebhaber, und auch in deren Speiseplänen, fest verankert. Gourmets in aller Welt schätzen Steirisches Kürbiskernöl. Auf internationalen Börsen wird es gehandelt wie einst exotische Gewürze aus fremden Ländern. In einer alten Ölmühle verfolgen wir die Herstellung von Steirischem Kürbiskernöl. Es zählt seit 1998 ebenso wie „Prosciutto di San Daniele" oder „Nürnberger Lebkuchen" zu den von der Europäischen Union geschützten Regionalprodukten. In den letzten Jahren ist der Kürbis zu einem richtigen Kultobjekt geworden. Er ist Gegenstand zahlreicher Mythen, Brauchtümer und Religionen, die sich über Jahrtausende erhalten haben. Der Kürbis findet sich im Alltag in vielerlei Formen: als Nahrungsmittel mit vielen „Talenten", als Mittelpunkt künstlerischer Darstellungen, als Gegenstand religiöser Verehrung. Der Film „Kürbiskult" beschäftigt sich mit vielen Formen der Nutzung. Vor allem aber gewährt er tiefe Einblicke in das Leben jener Menschen, die sich tagein, tagaus mit dem Kürbis beschäftigen.

Die mit und vom Kürbis leben. Das Wachstum der Kürbisse zieht sich über viele Monate. Eine Zeit schwerer Arbeit und zahlreicher Risiken. Seine Entwicklung verlangt viel Wärme, kräftigen Boden, Glück und Geduld. Keine andere Frucht benötigt soviel Zeit für ihre Reife. Im kleinen Weinviertler Ort Falkenstein arbeitet die Kürbisexpertin und Gourmet-Kolumnistin Heidi Strobl von Frühjahr bis Herbst. Sie baut auf ihren Äckern ungewöhnliche Züchtungen und Sorten aus aller Welt an. Sie verfasst Bücher, veranstaltet Kochkurse und inszeniert Kunstaktionen zum Thema Kürbis. Sie hat den Kürbis zu ihrem Lebensinhalt, zu ihrer großen Aufgabe gemacht. Der Kürbisanbau hat für sie „Familientradition": Als Kind bekam sie jedes Jahr von ihrer Großmutter einen Kürbis geschenkt. In der Südweststeiermark leben die Landwirte Eva und Josef Jauk. Sie widmen sich seit dreißig Jahren dem Anbau des „Steirischen Ölkürbis". Der Film begleitet sie während der vielen Arbeitsschritte, die zwischen Aussaat, Ernte und Verarbeitung liegen. Sie stellen prämiertes Kürbiskernöl her. Der Film verfolgt neben dem Wachstum der Kürbispflanzen auch das tierische Leben am Kürbisacker. Feldgrillen tragen Revierkämpfe aus. Junge Häschen überstehen die Attacke eines Falken, wobei die ausladenden Blätter der Kürbispflanzen rettende Dienste leisten.

Wildschweine dringen in den Kürbisacker ein und delektieren sich an jungen Kürbissen. Auch die Herkunft des Kürbis wird genau beleuchtet. Der Speisekürbis ist kein Europäer. Die Heimat dieser alten Kulturpflanze ist Mexiko: Ende des 15. Jahrhunderts gelangen die spanischen Entdecker unter Christoph Kolumbus erstmals nach Amerika. Sie lernen die präkolumbianischen Kulturen der Azteken, Inka und Maya kennen. Sie stoßen auf eine ebenso faszinierende wie fremde Welt. Getrieben von der Gier nach Gold, übersehen sie dabei den wahren Reichtum der neuen Welt: Kulturpflanzen, die später Weltwirtschaftsgeschichte geschrieben haben: Paradeiser, Erdäpfel, Chili. Und den Kürbis. Diese Frucht gehört neben Mais und Bohnen zu den Hauptnahrungsmitteln der Ureinwohner. Zum Zeitpunkt der spanischen Eroberungszüge wird der Kürbis in Mexiko schon seit gut 8.000 Jahren als Feldfrucht angebaut. Als Reiseproviant auf spanischen Schiffen gelangt der Kürbis schließlich nach Europa.´ Von Spitzenkoch Manfred Buchinger erfahren wir über die kulinarischen Qualitäten des Speisekürbis. Das orangefarbene Fruchtfleisch der meisten Kürbisse erhält seine Farbe durch den hohen Anteil an Carotinoiden. Dazu zählt das wichtige Beta-Carotin. Nimmt man es gleichzeitig mit Fett zu sich, wird es im Körper zu Vitamin A umgewandelt. Vitamin A schützt vor Krebs, Arteriosklerose und Gefäßerkrankungen. Der Hokkaidokürbis etwa enthält mehr Carotin als Karotten! Zuletzt geht es um die Ursprünge eines Brauches, in dessen Mittelpunkt der Kürbis steht, und der heute weltweit verbreitet ist: Halloween. Als Symbole dieser Nacht gelten geschnitzte Kürbisgesichter, die mit Lichtern versehen werden. Sie sollen gespenstische Wirkung entfalten. Sendetermin: 17.11.2005, ORF 2

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